Die Rur
       
 

       Die Rur ist ein Fluss von etwa 150 Kilometern Länge. Er entspringt in Belgien, im Hohen Venn, durchfließt die Eifel und speist dort den Rursee. Durch die Ebene des Kreises Düren hindurch erreicht er den Kreis Heinsberg. Bei Effeld überquert die Rur die Grenze zu den Niederlanden. Mäandrierend setzt sie ihren Weg bis Roermond fort und mündet dort in die Maas.

       Wer den Fluss heute sieht, kann kaum noch erkennen, welche Zerstörungen er entlang seines Laufes in früheren Jahren angerichtet hat. Überschwemmungen im Frühjahr waren eine Bedrohung für alle Anwohner des Flusses. Es gab Zeiten, in denen man auf den Effelder Straßen Kahn fahren konnte. Durch Regulierung, Begradigung und Eindeichung sind auf deutscher Seite die größten Gefahren gebannt worden - allerdings um den Preis, dass sich die Wassermassen umso schneller in Richtung Niederlande wälzen und dort Unheil anrichten. In den letzten Jahren denkt man über eine schrittweise Renaturierung des Flusslaufes nach, um für die so genannten "Jahrhunderthochwässer" ausreichend Überflutungsfläche vorzuhalten.

       Entlang der Rur gibt es noch etliche Altarme mit reicher Tier- und Pflanzenwelt. Die Ufer sind mit Pappeln und Gehölzen, vorwiegend Hasel- und Weißdornbüschen, bewachsen und von Wiesen und Weiden umgeben. Schilfröhrichte, viele Binsen- und Seggenarten, die Sumpfschwertlilie und der Wolfstrapp wachsen an den Ufern des Flusses oder seiner Altarme.

       Die Dorngrasmücke, an einigen Altarmen auch die Nachtigall, der Eisvogel, der Fitis und der Kuckuck sind einige der zahlreichen Vogelarten, die hier leben. Kormorane kommen im Winter als Durchzugsvögel vor oder überwintern sogar.

       Insektenarten sind zahlreich vertreten. Hervorzuheben ist die seltene Gebänderte Prachtlibelle.

       Übrigens: Entlang des Flusslaufes von Rurberg in der Eifel bis zur Mündung in die Maas bei Roermond wird die Rur von dem ausgeschilderten Rurradwanderweg begleitet.

 

Der Fluss bei Steinkirchen.
Bild:Stieding

 

Land unter auf der Kreuzstraße
im Jahr 1927.
Bildquelle: Korsten
 


Ruraltarm bei Effeld
Bild: Stieding